Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe (1. Kor 16,14)
Liebe Gemeinde,
was für ein großes Wort. Es gehört zu den letzten Worten in dem Brief, den Paulus in seinem ersten Brief an seine Gemeinde in Korinth schreibt. Und als solche „letzte Worte“ haben sie sogar noch mehr Gewicht.
Der Brief ist eine einzige große Abhandlung über das, was Paulus am Herzen liegt in seiner Gemeinde in Korinth. Es war in den Anfangsjahren unserer Kirche, als Paulus seinen Briefgeschrieben hat. Da war noch nicht viel geklärt. Die ersten sechs Kapitel widmet Paulus den Missständen in der jungen Gemeinde. In den nächsten sechs Kapiteln klärt er grundsätzliche Fragen zur christlichen Ehe, überdie christliche Freiheit und über das Gemeindeleben. Dann schreibt er das „Hohelied der Liebe“, es ist grundlegend bis heute. Am Ende behandelt er dann Fragen zu Sterben und Auferstehen. Und dann ganz am Ende, quasi als Zusammenfassung dieser Satz: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.
Für uns steht dieser Satz am Anfang des neuen Jahres über das ganze kommende Jahr. Es ist die Jahreslosung. Und zugleich steht dieser Satz auch am Anfang unserer neuen Evangelischen Hochwaldkirche. Die Liebe soll unser Miteinander, unser Gemeindeleben, prägen.
Der Liebe sollen Tor und Tür geöffnet sein hier in der Hochwaldgemeinde.
Ob das geht? In den letzten sechs Jahren habe ich immer wieder deutliche Spuren dieser Liebe hier gefunden. Und das freut mich jedes Mal sehr,
wenn ich das entdecke. Mit viel viel Liebe kümmern manche sich um die Gemeinde, die Hauptamtlichen und ganz genauso die Ehrenamtlichen. Was war das
wieder schön, als in den Dörfern die Krippenspiele vorbereitet wurden. So schöne Adventsfeiern haben wir in den Dörfern erlebt. Wie viele gute Gedanken sind eingeflossen in das
Wachsen und Entstehen unserer neuen Gemeinde.
„Mit 66 Jahren“, das hat ganz klein angefangen, und jetzt kaum merklich werden es immer mehr.
Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.
Bis wir das aber erreichen, dieses „Alles“, ist es noch ein weiter Weg.
Und damit ist dieses Wort eine Wegbeschreibung für das, auf das wir uns jetzt auf den Weg machen: dass wir jedes Mal, wenn wir miteinander zu tun haben, wenn wir etwas
planen oder besprechen, wenn uns etwas gefällt oder auch nicht, dass wir dann dieses Wort in unsere Mitte setzen und uns davon leiten lassen: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.
Wie das geht, hat Jesus uns vorgemacht. Davon hören wir in unseren Gottesdiensten und Andachten immer wieder. Etwa als Jesus dem reichen Jüngling begegnet, der ihn fragt, wie er ins Himmelreich kommt. Jesus weiß direkt, er hängt sein Herz zu sehr an sein Geld. Dennoch rät er ihm: „Verkaufe alles, was du hast und folge mir.“ Der Jüngling kann nur den Kopf schütteln. Und an dieser Stelle heißt es dann: „Und er (Jesus) gewann ihn lieb.“ Da zeigt er uns sein großes Herz, macht er uns vor, was Paulus so beschreibt: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. Selbst wenn wir dafür über unseren Schatten springen müssen. Wir tun es dann an Jesu Hand, in unserer neuen Kirchengemeinde, jetzt im neuen Jahr.
Pfarrer Martin Beckschulte

